Agile Preismodelle

Wie ein agiler Preis Change Requests und Kostensicherheit vereint

"Wir wollen ein agiles Projektvorgehen – aber mit Fixpreis!” Kennen Sie das? Sie wünschen sich ein agiles Projektvorgehen, dennoch fühlen Sie sich mit einem vorher genannten Fixpreis sicherer als mit einer vagen Preisspanne zu starten? Die Krux bei der Sache ist, die Forderung nach einer agilen Methodik und einem Fixpreis widersprechen sich. Wie kann ein agiler Preis jetzt beide Ansätze vereinen?

Das Schätzen von Softwareprojekten ist sehr komplex und in der Planungsphase sind nur in etwa zehn Prozent der Anforderungen wirklich klar. Um einen Fixpreis nennen zu können ist es allerdings notwendig, eine vollständige und detaillierte Werkbeschreibung sowie den kompletten Anforderungsumfang genau vor sich zu haben. Somit kann der geschätzte Preis niemals das Endprodukt abdecken, da sich im Laufe jedes Projekts immer einige Anforderungen ändern.

Das führt zu der Problematik, dass im Lastenheft kaum definiert werden kann, welche Leistungen – besonders unvorhergesehene Change Requests - tatsächlich im Fixpreis enthalten sind und welche nicht. Kommt es nun zu Änderungen im Scope, die nicht klar festgelegt sind, hat das massive negative Auswirkungen auf den Projektverlauf. Denn wer kommt nun für die entstandenen Kosten der Change Requests auf? Sind diese Punkte in der Planung unklar definiert, schwächt das die Beziehung zwischen Kunden und Lieferanten, da beide ihre Budgets verteidigen.


Fixe Preise führen aufgrund von Change Requests oft zu höheren Kosten am Ende des Projekts

Unsere Kunden erzählen uns von früheren Projekten, bei denen ihr Budget oder die Deadline überschritten wurde, wesentliche Funktionen nicht enthalten waren, der gewünschte Geschäftswert nicht erreicht wurde oder die Benutzer das Produkt einfach nicht akzeptierten. Ein agiles, transparentes Preismodell wirkt hier von Anfang an entgegen und ermöglicht höchste Zufriedenheit des Kunden und maximale Projekteffizienz.

Wie kann man ein Projekt schätzen, wenn ich noch nicht alle Anforderungen dafür kenne?

Das Ziel bei der agilen Preisfindung ist, einen Preis zu ermitteln, der für Kunden attraktiv und nachvollziehbar ist. Der agile Preis wird gemeinsam von beiden Seiten im Rahmen eines zielführenden Workshops ermittelt. Dieser beinhaltet die Analyse der Hauptanforderungen und diese sind zu Beginn des Projekts in der Regel nur grob beschrieben.

Viele weitere Ideen zum Produkt sind zum dem Zeitpunkt noch nicht vollständig im Detail geplant und existieren vorläufig nur als Epics. Anhang der Einteilung der Anforderungen in Aufwände können erste Schätzungen erstellt werden. So lässt sich in dem Workshop eine Größenordnung für bestehende Anforderungen festlegen, die als Grundstein für die weiteren Anforderungen, die sich im Laufe des Projekts konkretisieren, gilt. (Lesen Sie mehr unter Magic Estimation).


Agiles Projektmanagement ermöglicht einen kostenschonenden und transparenten Endpreis

Wichtig dabei ist, sich immer vor Augen zu halten, dass der Referenzwert der ersten Größenordnung regelmäßig in Bezug auf die Teamvelocity und technische Herausforderungen angepasst werden muss. Wieso ist das notwendig? Epics und User Stories können sich im Zuge der Entwicklung als komplexer oder einfacher herausstellen, als bei der Planung angenommen.

So werden der tatsächliche Aufwand, die Zeit und das Budget regelmäßig durch effektives agiles Controlling geprüft und überwacht. (Lesen Sie mehr zu agilem Projektcontrolling) So ist es möglich, dass der Preis am Ende niedriger ist als der erste genannte Fixpreis.


Es ist möglich, dass der agile Preis viel niedriger ist als der zu Beginn geschätzte Fixpreis

Agiles Projektmanagement basiert auf der Schätzung und Planung der Anforderungen, die man zu Projektstart kennt. Agile Schätzmethoden ermöglichen eine sehr gute Einschätzung des Projektplans mit groben Anforderungen. Es müssen nicht alle Funktionen im Detail erläutert werden, um einen agilen Projektplan zu erstellen. Dieses Wissen vergrößert sich im Laufe des Projekts ständig, dahingehend werden auch die Informationen zu Aufwand und Kosten immer präziser.

Neben dem Projektaufwand durch die Hauptanforderungen müssen auch technische Unsicherheiten beachtet werden, z. B. interne Prozesse (Müssen Sie Zeit in Bezug auf Firewall-Clearing, Datenbankaktivierung und Zusammenarbeit mit anderen IT-Teams einplanen?), die IT-Umgebung (Müssen Sie diese gegebenenfalls vorbereiten und anpassen?) interne und externe Schnittstellen, deren Anforderungen und Stabilitätsniveau sowie Dokumentationen.

Wenn Sie in einem neuen Geschäftsbereich arbeiten, wie viel Zeit müssen Sie berechnen, um spezielles Domänenwissen anzuwenden, um proaktiv die besten Funktionen und intelligente Inhalte zu generieren? Vergessen Sie nicht, die Zeit für die Ersteinrichtung, Ihre individuelle Teststrategie bzw. CI / CD mit einzuschließen. Es ist wichtig, die Qualitätssicherung als transparenten Faktor des Projektplans zu gestalten. Wie lange dauert die Datenmigration und wird diese von einem internen oder externen Team durchgeführt? Und wie viel Arbeit planen Sie für User Experience und Frontend-Anforderungen?


Klassische Fixpreismodelle beinhalten einen hohen Risikoaufschlag, um Ungenauigkeiten und ungeplante Veränderungen des Umfangs abzudecken

Ein Fixpreis beinhaltet einen hohen Risikoaufschlag, der nicht nur diese Ungenauigkeiten, sondern auch Änderungen und Dynamiken abdecken soll - unabhängig davon, ob sie auftreten oder nicht.

Die Unterzeichnung eines Festpreisvertrags hat eine wesentliche Voraussetzung: Es ist sehr wichtig, klar zu definieren, was geliefert wird und was außerhalb des Vertragsumfangs liegt. Und hier sind wir wieder bei der Herausforderung mit groben, unspezifischen Anforderungen.


Fixpreismodelle garantieren nicht immer den besten Preis

Ein klassisches Wasserfallprojekt kann auf den ersten Blick erfolgreich aussehen, häufig ist es aber notwendig, um die Frist innerhalb des Budgets einzuhalten, den Umfang zu reduzieren oder die Anforderungen zu vereinfachen. Am Ende kann das Ergebnis nicht die gewünschte Qualität haben, obwohl die Deadline eingehalten wurde. Diese Reduzierungen und Vereinfachungen der Anforderungen können nicht nur zu Qualitätsverlust führen, sondern auch das gegenseitige Vertrauen zwischen Kunden und Lieferanten beeinträchtigen.


Ein agiler Preis nach “time and material” mit präzisem Controlling führt zur optimalen Lösung

Der agile Preis in Form eines iterative Preismodells ist eine transparente und faire Lösung, basierend auf Zeit und Material. Dafür ist ein klares Controlling unerlässlich. Qualysoft bietet eine detaillierte Überwachung aller Aufwände und Zeit, um jederzeit den aktuellen Projektstatus abzubilden, zu kontrollieren und das effizienteste Vorgehen zu gewährleisten.

So können unsere Kunden sicher sein, für ihr Projekt den besten Preis in Kombination mit agilem Vorgehen und höchster Effizienz zu erhalten.