Hubject

Digitale Vernetzung durch neue E-Moblility Plattform

Seit Ende 2017 steht für alle Partner im Ladenetz von Hubject ein neues IT-System zur Verfügung. Die Plattform, die gemeinsam mit Qualysoft entwickelt wurde, verbindet mittlerweile über 300 Automobilunternehmen, Energieversorger und IT-Unternehmen in 26 Ländern und ist somit das Fundament des weltweit größten anbieterübergreifenden Ladenetzes für Elektroautos: dem intercharge-Netzwerk. Mit der Neuentwicklung seiner Plattform bereitet sich Hubject auf den Markthochlauf und die zunehmende digitale Vernetzung der Elektromobilität vor.

Als Elektroautofahrer immer und überall laden können: Das ist die Mission von Hubject. Realität wird diese mithilfe der offenen eRoaming-Plattform des Unternehmens. Der Erfolg elektrischer Antriebskonzepte bringt eine deutlich höhere Auslastung für das IT-System des Joint Ventures, das erst kürzlich seine Expansion nach China und in die USA bekannt gegeben hat, mit sich.

Umgesetzt wurde die innovative Plattform in Zusammenarbeit mit dem österreichischen IT-Unternehmen Qualysoft. Das 25-köpfige internationale Projektteam startete im Mai 2017 die Entwicklung des hochkomplexen Systems.

Erste zusätzliche Mehrwertservices stehen bereits mit dem Rollout der neuen Plattform zur Verfügung. In Hinblick auf den steigenden Anteil volatiler erneuerbarer Energiequellen können Elektrofahrzeuge zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen. Intelligente Energiemanagementsysteme stabilisieren Ungleichgewichte im Stromnetz durch eine Kombination aus Zwischenspeicherung und Rückspeisung von Energie. Dieser Bedarf nach Flexibilität wird sich auch in den Preisen von Ladestrom für Elektrofahrzeuge widerspiegeln. Aus dem Grund unterstützt die Plattform zukünftig ein dynamisches Preismanagement für Ladestationsbetreiber. Diesen ermöglicht die Funktion, den zur Verfügung gestellten Ladestrom je nach Tageszeit und Verfügbarkeit Ihrer Energiequellen dynamisch zu bepreisen. So können gegenüber dem Kunden neue Anreize zur Nutzung erneuerbarer Energie geschaffen werden.

Ein weiteres Hemmnis der Nutzung von Ladestationen soll mit Hubjects neuer Plattform bald gelöst sein: die unterschiedliche Qualität der von Ladestationsbetreibern bereitgestellten Geodaten. Das Hubject-System erlaubt nun die Bewertung von Ladestationen unterschiedlicher Betreiber durch den Elektroautofahrer. Damit können diese ihre Routen zuverlässiger planen, indem sie Ladepunkte mit fehlerhaften Informationen erkennen und meiden können.

Unterstützt werden alle Funktionen von einer neu konzipierten nutzerfreundlichen Bedienoberfläche, die zukünftig auch Anwendern ohne Fachkenntnisse eine intuitive Verwendung auf stationären und mobilen Endgeräten ermöglicht.

Das Projekt


Projektdauer:

01.05.2017 - 31.12.2017


Das Hubject eRoaming Platform 2.0 (HeP 2.0) verbindet CPOs (Betreiber von Ladepunkten) und EMPs (stellt EVs und Ladekarten zur Verfügung), um partnerübergreifende Ladevorgänge zu ermöglichen. HeP Version 1.0 war das weltweit führende E-Mobility Broker System, bei dem alle Anfragen von einem zentralen System verarbeitet, gespeichert und beantwortet wurden. Aufgrund der Architektur und den nichtfunktionalen Anforderungen ist das System bereits 2016 an erste Leistungsgrenzen gestoßen. Anforderungen konnten nicht schnell genug abgearbeitet werden und speziell Ladevorgänge litten teilweise unter der Verzögerung. Deshalb wurde das Projekt HeP 2.0 ins Leben gerufen.

Ziel des Projekts HeP 2.0 war die Ablöse von HeP 1.0 durch eine skalierbare, weltweit verfügbare Cloud Lösung. Generell handelt es sich bei HeP 2.0 um eine funktional ähnliche Lösung wie HeP 1.0, es wurden aber auch Teile der Lösung neu konzipiert. Bei der Entwicklung von HeP 2.0 musste erneut die aktuelle Version des Intercharge-Protokolls implementiert werden. Dieses Protokoll definiert die Schnittstelle zwischen EMP, CPO und Hubject. D.h. es definiert die Schnittstelle, welche die Nutzer der HeP Plattform implementieren müssen. Die Unterstützung des vorhandenen Protokolls war notwendig, damit die 300+ Plattform-Teilnehmer ohne Aufwand auf ihrer Seite auf HeP 2.0 umgestellt werden können. Zusätzlich zur bestehenden Protokoll-Version wurde eine neue Version mit zusätzlichen Features und Detailverbesserungen implementiert. Dennoch besteht der Hauptunterschied zwischen HeP 1.0 und HeP 2.0 in der technischen Lösung. Um den durch den E-Mobility Boom enormen zukünftigen Anforderungen an Skalierbarkeit und Performance zu genügen, musste eine verteilte, hochskalierbare Lösung implementiert werden.


Zusammenfassend gab es folgende Hauptprojektziele:

  • Neuentwicklung von HeP auf Basis einer hochskalierbaren Cloud Architektur
  • Vollständiger Unterstützung des vorhandenen Intercharge-Protokolls
  • Weiterentwicklung des Intercharge-Protokolls um neue Features wie Dynamic Pricing
  • Effiziente Datenverarbeitung auch unter hoher Last
  • Hohe Sicherheitsstandards durch zertifikat-basierte Security und 2-Faktor-Authentifizierung
  • Service-übergreifende Protokollierung und aggregiertes System-Monitoring
  • Einfache, unabhängige Erweiterung und Wartung durch lose gekoppelte Microservices
  • Automatisiertes Deployment der gesamten Plattform, um neue Märkte zu unterstützen oder um White-Label
  • Lösungen anzubieten


Die Umsetzung des Projekts wurde mittels SCRUM in 2-wöchigen Sprints durchgeführt. Dabei wurde das Projekt in zwei Phasen unterteilt: Die Erstellung eines Proof of Concepts und die Implementierung des MVPs. Das Projekt, an dem bis zu 20 Personen arbeiteten, wurde mit 1. Mai 2017 gestartet und HeP 2.0 ging am 22.11.2018 erfolgreich in Betrieb. Seit dem können Partner und Kunden von Hubject die neue, hoch performante Plattform für das anbieterübergreifende Laden ihrer Elektroautos verwenden.

Vorteile für den Kunden


Umsatzsteigerung

Mit der hohen Skalierbarkeit und Performance der HeP 2.0 Plattform kann Hubject mit dem enormen Wachstum des E-Mobility-Marktes und der zunehmenden Verbreitung von EVs Schritt halten: So hat sich etwa von 2016 auf 2017 die Neuzulassungen von EVs verdoppelt. Damit unterstützt die Platform direkt den damit verbundenen Umsatzanstieg.


Prozessverbesserungen

Durch eine verbesserte User Experience sowohl für Hubject-Betreuer als auch für die Endkunden konnte die Interaktion mit der HeP 2.0-Plattform wesentlich verbessert werden. So führt etwa ein neu designter Wizard durch die initiale Anmeldung auf der Plattform. Auch die Erstellung und Bearbeitung von bi-lateralen Verträgen wurde vereinfacht und verbessert.


Produktivitäts- und Effizienzsteigerung

Sowohl die Weiterentwicklung der Plattform als auch der Betrieb und die Wartung sind wesentlich vereinfacht worden. Durch automatisch skalierbare Microservices und ein detailliertes Monitoring der AWS Cloud läuft die Plattform sicher, performant und kosteneffizient. Auch das Arbeiten mit der Plattform selbst wurde durch das neu entwickelte Web Portal vereinfacht.


Organisatoriische Verbesserungen

Durch die Neuentwicklung des Portals wird die vorhandene Organisation des Kunden besser unterstützt. So können in HeP 2.0 feingranular Userberechtigungen vergeben werden, um die vorhandenen organisatorischen Verantwortlichkeiten optimal abzubilden. Zusätzlich wurde der Onboarding-Prozess durch Automatisierung deutlich verschlankt und beschleunigt.


Stärkung der Marktposition

Hubject ist der Europaweit führende eRoaming-Anbieter. Durch die neue Plattform wird diese Position weiter gestärkt und Hubject etabliert sich damit darüberhinaus als Innovationsführer auf seinem Gebiet. Das IT-System verbindet über 300 Partner und ist somit das Fundament des weltweit größten anbieterübergreifen Ladenetzwerks für Elektroautos: dem intercharge-Netzwerk.


Verbesserung der Innovationskraft
  • Massive Steigerung der Performance (Request/Response Time)
  • Erleichterung der Wartung und Erweiterung
  • Neu konzipiertes Portal für HeP 2.0
  • Hoch-skalierbare, erweiterbare Cloud-Architektur
  • Vollständig automatisierte Erstellung neuer HeP 2.0 Umgebungen
  • leichte Erweiterbarkeit um zukünftige Innovationen anzubinden


Qualifizierung der Mitarbeiter

Durch das Projekt konnte der Kunde Qualifikationen im Bereich "Betrieb von Software in der Cloud" und "Weiterentwicklung von Micoservices" aufbauen. Durch die hohen Anforderungen im Bereich Skalierung und Leistung haben auch unsere Experten weitere Qualifikationen in diesem Bereich erlangt. Zusätzlich wurde in der Qualysoft tiefes branchen-spezifisches Knowhow im Bereich E-Mobility aufgebaut.


Zufriedenheit und Akzeptanz

Die neue Plattform wurde von vielen Kunden bereits erwartet, dadurch war sehr rasch eine große Akzeptanz gegeben. Dieser Eindruck wurde durch das neue, benutzerfreundliche Portal und die seamless Migration verstärkt. Kunden schätzen die einfache Bedienung und der daraus resultierenden Effizienzgewinnen. Auch die gesteigerte Performance von HeP 2.0 wurde begeistert aufgenommen.


Erschließung neuer Märkte

Die erhöhte Leistungsfähigkeit der Plattform und der Betrieb in der Cloud ermöglichen es Hubject, mit HeP 2.0 einfach neue Märkte zu erschließen. So ist etwa ein Pilot in Nordamerika geplant. Dafür kann mit HeP 2.0 einfach eine neue dedizierte Instanz für Nordamerika aufgebaut und betrieben werden. Auch das vereinfachte Onboarding neuer Partner unterstützt die Eroberung neuer Kunden/Märkte.

Über Hubject


Mit über 300 Partnern ist die Hubject eRoaming-Plattform der international größte digitale B2B-Marktplatz für Dienstleistungen rund um das Laden von Elektrofahrzeugen. Über 61.000 Ladepunkte auf drei Kontinenten sind an der offenen Plattform von Hubject angeschlossen. Seit 2012 vernetzen wir unterschiedliche Marktakteure, um gemeinsam mit unseren Partnern ein digitales und flächendeckendes Ladenetzwerk für Elektroautos zu erschaffen – das intercharge-Netzwerk.

Zitate

Wir haben unsere Plattform von Grund auf neu entwickelt, um in naher Zukunft den Millionen von Elektroautos auf den Straßen der Welt gewachsen zu sein. Dank Microservice-Architektur kann unsere neue Plattform deutlich flexibler skalieren. Dies ermöglicht uns, ein höheres Ladeaufkommen ohne Leistungsabfälle abbilden zu können. Auch die Integration neuer Services in die Plattform wird deutlich einfacher. So sind wir in der Lage, nicht nur den Anforderungen heutiger, sondern auch zukünftiger Geschäftsmodelle gerecht zu werden
Thomas Daiber, CEO Hubject GmbH



„Die Zusammenarbeit mit Hubject in der Entwicklung der neuen Emobility-Plattform ist mit Sicherheit einer der spannendsten Aufträge in unserer Unternehmensgeschichte. Dank des unermüdlichen Enthusiasmus des gesamten Teams ist es gelungen, innerhalb eines sehr straffen Zeitplans ein System zu erschaffen, das Hubject zum Innovationsführer in diesem Bereich machen wird.“
Awi Lifshitz, Head of E-Mobility Services, Qualysoft GmbH